Am Wochenende: Ins DDR-Museum!

Wer unter der Woche in Zeit, Spiegel oder sonstwo über die gemütliche Treuhänderin des NSU Beate Zschäpe, ihre geselligen Ostseeurlaube und ihren Faible für DDR-Devotionalien mit Lustgewinn gelesen hat, dem sei für dieses Wochenende der Besuch des Privatmuseums der Limbacherin Monika Köhler-Sylvester anempfohlen. Die teilt Zschäpes Spleen, sammelt Produkte aus der DDR. Beide, obwohl zur Wende erst dreizehnjährig, verbindet „ein starkes Gefühl der Nostalgie.“
Köhler-Sylvester, zwischen Nieder- und Obefrohna liebevoll nur „Minka Muckefuck“ genannt, hat „ihr Sammelsurium nun abfotografiert und präsentiert es morgen in der Begegnungsstätte Hot’s 82.“ Zu sehen gibt es „knapp 300 Bilder in einer Diashow und dazu Ausstellungsstücke zum Anfassen.“ Exponate „wie ihre alte Brotdose aus der Schulzeit“, „Küchenutensilien“ oder „Haushaltsmittel“ wie das mittlerweile verfemte Ata sollen die Besucher anlocken.

„Wenn ich an meine Kindheit denke, fallen mir zum Beispiel sofort die kleinen Eisbecher mit den bunten Plastiklöffeln ein. Und Adi, der im Fernsehen die Sendung ,Mach mit, mach’s nach, mach’s besser‘ moderiert hat“

Los geht’s um 15 Uhr.

Ein ganz anderes Kaliber, aber durchaus in der Tradition der westsächsischen Mord- und Totschlaggesellschaft stehend, ist die Ausstellung „Spielzeugkanone und Puppenhaus“ im Chemnitzer Schlossbergmuseum.
Sachsen-Fersehen kündet etwas ahnungslos von „Ausstellungsstücken, die mit ihrem eigenen Charme sowie ihrem Seltenheitswert bestechen und einen Blick in eine entfernte Epoche“ bieten. Wir als „Kunst&Krempel„-VHS-Archivare wissen besser Bescheid und dürfen im selbstgefälligen Auskennergestus darauf hinweisen, dass es neben einer knuddelsüssen Karl-Sack-Puppenstube von 1934 für die Mädchen, für Jungs die Replika einer Walnuss-schießende Miniatur-Kanone in Aktion geben wird. Für die Altvorderen von Rosarot und Himmelblau hält die liebevoll kuratierte Ausstellung außerdem eine Schuhkarton-Miniatur des KZ Sachsenburg vor.
Auf die Nuss gibt’s ab 11Uhr.
Wir sehen uns,

ihre und eure Hallo-Chemnitz!


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