Rach ist Blutwurst: Bürgermeister hetzt Fernsehgastronom auf festkochende Schuldnerin

„Rosins Restaurant“: Gastronomin aus Oederan macht nur widerwillig mit
In der TV-Kochshow fließen heute Abend Tränen

Oederan. Wenn sie an heute Abend denkt, dann wird es N., der Chefin des Restaurants „Hirsch“ im mittelsächsischen Oederan, bange. Denn dann strahlt der Fernsehsender Kabel 1 eine neue Folge der TV-Kochshow „Rosins Restaurant“ aus – und Millionen von Fernsehzuschauern erfahren, dass es mit der Gaststätte nicht zum Besten steht, dass die junge Frau tausende Euro Schulden hat. „Ich wollte gar nicht ins Fernsehen. Der Bürgermeister hat den TV-Koch bestellt“, klagt die 31-Jährige.

Seit 2010 führt N. die Gaststätte am Markt. Ein eigenes Lokal war immer ihr Traum. Doch die Gäste blieben aus. Sie konnte die Rechnungen nicht mehr bezahlen und hat Schulden in fünfstelliger Höhe bei der Stadt. „Angesichts dessen musste ich handeln, und das Fernsehen schien mir ideal. Wir wollten professionelle Hilfe“, sagt Bürgermeister Steffen Schneider. So hätten das auch die Mitglieder des städtischen Verwaltungsausschusses gesehen und der Idee zugestimmt. „Nur unter der Bedingung, dass mithilfe von Frank Rosin versucht wird, das Restaurant zum Laufen zu bringen, haben wir die Schulden damals noch einmal gestundet.“

Gewissensbisse, dass die Notlage der jungen Frau deutschlandweit bekannt gemacht wird, hatte niemand. Stattdessen wurden Bewerbungen an sämtliche TV-Kochshows geschickt. „Wir haben N. aber zu nichts gezwungen und alles mit ihr abgestimmt“, so Schneider. Die 31-Jährige widerspricht: „Die ersten Bewerbungen habe ich noch gesehen. Aber das, was an ‚Rosins Restaurant‘ geschickt wurde, hat mir niemand gezeigt.“

Wie sie heute Abend im Fernsehen dargestellt wird, weiß N. nicht. „Das Kamerateam und Frank Rosin waren Anfang Dezember einfach da, und wir mussten in zwei Stunden ein Menü für 25 Leute kochen. Natürlich geht es da drunter und drüber“, berichtet sie. Sie habe einige Tipps von dem Fernsehkoch erhalten. „Aber im Grunde kochen wir nicht anders als vor seinem Besuch“, so N.. Der Bürgermeister findet hingegen, dass das Essen nun besser schmeckt. Und dass schon jetzt mehr Gäste kommen, haben sowohl er als auch Bibrach beobachtet. Sie hat für Samstag vorsichtshalber zusätzliches Personal eingeplant. „Ich hoffe, dass das Lokal von nun an besser besucht wird.


Hier droht der Fernsehkoch in Anwaltschaft des Gläubigers: Tote Oma ist nicht immer aus Schweineblut, liebe Frau N. … .

(via freiepresse.de)


3 Antworten auf „Rach ist Blutwurst: Bürgermeister hetzt Fernsehgastronom auf festkochende Schuldnerin“


  1. 1 muckel 01. Februar 2013 um 16:33 Uhr

    Dem Bürgermeister gehört mal die Fresse zu Hackfleisch poliert. :(

  2. 2 Administrator 01. Februar 2013 um 17:58 Uhr

    ganz duennes eis, muckel

  3. 3 schütten 01. Februar 2013 um 21:05 Uhr

    „das Fernsehen schien mir ideal“ – stadtmarketing mal anders. so billig kommen überregionale nicht mehr nach öderan!

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× vier = sechsunddreißig