Archiv für November 2011

HC-Rückblick: Stasivorwurf, dingellingeling!

„Je taime, wer mit wem?“ hieß eine unfreiwillig komische Umsetzung dröger Kontaktanzeigen ins Audiovisuelle und war in den 90ern Versuch des Mitteldeutschen-Rundfunks rückkanalfähig zu sein. Präsentiert wurde dieses Format, bei dem der benachteiligte Ossi sich als Halbmensch der „Damen-“ bzw. „Herrenwelt“ vorstellte, von Frank Liehr. Der wurde 2001 überführt in der DDR „IM Heidi“ gewesen zu sein und musste daraufhin irgendwohin gehen (in den Westen bestimmt). Seine Kuppelshow aber, die ungeschickte Balz, die im Schnitt über eine halbe Millionen Zuschauer erreichte, punktete damals nicht nur bei uns: „So genial das Konzept von jetaime auch war, der Erfolg der Sendung stand und fiel doch mit den Kandidaten. Wer waren diese Menschen, die es allen widrigen Umständen zum Trotz, auf sich nahmen, im Fernsehen aufzutreten, nur um uns Zuschauer zu erfreuen? Wo Normalsterbliche zögern und sich zum Beispiel wegen ihrer Hässlichkeit, Langweiligkeit oder gar grammatikalischen Schwächen feige zurückhalten, machten diese Helden des Medienzeitalters aus derartigen scheinbaren Nöten Tugenden und kommen gross heraus. Ein absolutes Markenzeichen von jetaime waren die persönlichen Annoncen. Für erfahrene Fans gab es nichts Grösseres, als die all-time-classics eines jeden Vorstellungsmonologs andächtig mitzusprechen. Doch dann und wann passierte es, dass ein Kandidat seiner Fantasie freien Lauf lies und die Fachwelt mit einer völlig neuen Formulierung in Verzückung setzte. Diese Momente gehören nach wie vor zu den Sternstunden im Leben eine jeden jetaime-Fans. Da spielte es dann auch kaum eine Rolle, dass diese Originalität oft zu Lasten der etablierten Vorstellungen von Satzbau, Stil oder Zusammenhang ging. Ja im Gegenteil – häufig entstanden gerade dadurch unvergessliche Sinnsprüche von zeitloser Schönheit.“
So adelt der Jetaime-Fanclub „Die Treuesten der Treuen“ auf seiner honorigen Website die Sendung, die sie mit Eifer zeitgenössig begleitet haben. Was heute ein Archiv zum Kaputtlachen ist, wurde von den Machern 1999 bis 2001 als minutiöse „Analyse“ der Episoden betrieben (zum Archiv!). Danke :-* (vielleicht sieht man sich ja mal aufm amt)

„Irre Vandalen verwüsten Friedhöfe“

Ausgerechnet zum ersten Advent! Friedhofsbesucher in Zschopau und Krumhermersdorf (Stadt Zschopau) trauen am Sonntag ihren Augen nicht: Irre Vandalen haben offenbar in der Nacht beide Friedhöfe verwüstet und viele Grabsteine mit einer teerartigen Flüssigkeit besudelt.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme sind auf dem Friedhof Krumhermersdorf mindestens 130, auf dem Friedhof Zschopau 126 Gräber geschändet worden, darunter auch ein Grab, wo der Tote erst am Samstag beerdig worden war. Die Kripo hat ihre Ermittlungen aufgenommen. Es wurden keine verfassungsfeindlichen Symbole geschmiert.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, schließe man deshalb einen rechtsextremistischen Hintergrund weitestgehend aus. Der Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Krumhermersdorf, Johannes Roscher, ist allerdings bekanntermaßen ein aktiver Gegner der rechten Szene.

Kopf hoch, Zwickau: Vorschläge zur Nachnutzung des „Nazihauses“

Nazihaus wird abgerissen“ (Sachsen-Fernsehen). Um zu verhindern, dass sich Pia Findeiß (Schadensbegrenzerin, 55, Zwickau) mit dieser Entscheidung und der dafür mitgelieferten Begründung aus der urdeutschen Affaire, dass es im ostigen Drecksnest also überhaupt kein Problem mit „Nazis“ geben würde, schlingeln kann, sucht Hallo-Chemnitz nach Nachnutzungsmöglichkeiten für das griechische Restaurant, das sich im Untergeschoss befindet und in dem Beate Z., Uwe B. und Uwe M. sogar „gern Ouzo mit dem griechischen Wirt getrunken“ haben (ARD Tagesthemen) .


Hallo-Chemnitz fordert: „Stopp dem Abriß!“ und liefert gleichzeitig Namensvorschläge für potenzielle Nachmieter, damit unter den Zwickauer Gourmets bald wieder „Wo ist der Böhnhardt?“ gefragt werden kann:

„Zum durstigen Naziopolus“
„Deutsches Loch“
„Mama Mia Mundlos“
„Chéz Uwe B.“
„Mc Mannichl“
„Mundlos Glücklich“
„Eiscafé Nagelbömbchen“

Reitbahnviertel: Im „Nudelparadies“ fliegen gleich die Löcher aus dem Käse

Übelste Demütigung und anhaltend persönlicher Stillstand: Statt sich den Arsch in szenigen Schreibstuben, wie etwa der Neon-Redaktion absitzen zu dürfen, führt der Redakteur seit nunmehr drei Jahren den Titel „Volontär“ bei den Schrumpfköpfen von Sachsen-Fernsehen. Und so kommt es, dass er sich in von Arbeitsverträgen verordneter Anwaltschaft des kleinen Mannes, jede Woche aufs Neue blamiert.

In dieser Episode weiß er, dass „für Ladenbesitzer entlang der Reitbahnstraße das Maß endgültig voll“ ist. Als Problemverursacher für „Vandalismus“ im Viertel werden die identifiziert, die sich nicht in Stakeholderschaft der voll gearschten Händlergemeinschaft befinden und sich dementsprechend dem“eigeninitiativ“ hervorgebrachten Ambiente von „gemütlichen Pflanzkübeln“ und „ehrenamtlich aufgestellten Fahrradständern“, diesem Haufen Scheisse also, kraftmeierisch gegenüber verhalten. Als Advokat für feiste Nudelfrau, Esotante und fiktives Gemeinwohl, schwingt sich der Sachsen-Fernsehen-Hirni auf nassforsch zu behaupten:

Fast jeder von uns wurde bereits Opfer von mutwilliger Sachbeschädigung und Zerstörungswut.

Und weiter rät er frech ins Blaue, dass „uns Vandalismus viele Millionen Euro jedes Jahr kostet“.

Hallo Chemnitz meint: Wenn der Typ noch einmal sein Maul aureißt und sich erdreistet von „uns“ zu sprechen, wenn er Nudeldick, Gehirnklein und Stadtschrumpf meint, kippen wir ihm ne Ladung Gülle rein. hehe :D

(via sachsen-fernsehen.de)

Regio-Splitter: Duo Moschner & Emmerlich moderiert Opernball

Die Fernsehmoderatorin Ruth Moschner und der Opernsänger Gunther Emmerlich moderieren den Dresdner Semperopernball am 20. Januar 2012. Moschner sei für ihre flinke Zunge bekannt, deshalb passe sie gut zum Motto des Balls, sagte der Künstlerische Gesamtleiter des Balls, Hans-Joachim Frey, am Mittwoch in Dresden. Moschner sagte, sie freue sich doppelt: Dresden habe sie bei früheren Besuchen sehr beeindruckt […].

Der Semperopernball 2012 steht unter dem Motto „Dresden darf das!“ und soll den Ball jung, witzig und frech präsentieren, ohne mit der Tradition zu brechen.

Grundlose Freude: Emmerlich und Moschner moderieren den Semperopernball

Typisch November: Fische tot, aber Stollenmädchen schon da

Tote Fische so weit das Auge reicht. Im schlammigen Uferbereich des Chemnitzer Schloßteiches liegen ungewöhnlich viele verendete Karpfen.


Dass Totes jeder Art – vom abgerutschten Gerüstbauer bis hin zum kaputtgerasten „Biker“ – ein gefundenes Fressen für die kannibalistischen Collagisten von Sachsen-Fernsehen ist, dokumentiert Hallo-Chemnitz seit fast zwei Jahren. Je banaler der Sachverhalt, desto größer das Spektakel darum: „Schlossteich abgelassen, Fische tot
Nun bringt der glucksende Faulschlamm des Schlossteiches aber nicht nur kaum mehr wechselwarmen Speisefisch und eine witzlose Berichterstattung darüber hervor, sondern lässt seinem subaquatischem Schoß vielmehr alljährlich auch das „Stollenmädchen“* entsteigen:


(via sachsen-fernsehen.de & freiepresse.de)

* „Seit 1995 wird jedes Jahr eine junge Frau mit guten Stollen-Kenntnissen zum Stollenmädchen gekürt.“