Tatü-Tata: Scharfgemacht und dreist gelogen

Weil der tagtägliche Anschein gewahrt bleiben soll, dass es sich bei Sachsen-Fernsehen nicht um ein Satireprojekt, das mit Non-Sense-Beiträgen die eigenen Beschädigungen aufarbeitet, sondern vielmehr um ein mittelgroßes Wirtschaftsunternehmen handelt, in dem zu werben sich lohne, arbeitet ein halbes Dutzend Kleingeister jeden Tag daran Polizeimeldungen fehlerfrei auf die Website zu kopieren und aus zugesendeten „Vereinsaufnahmen“ todsterbenslangweilige „Nachrichten“ (etwa: „Kleingärtner in Feierlaune“) zusammenzukleistern. Wenn dieser Bürgerfunk im Bürgerfunk jedoch zusammenbricht (das Netzwerk der Angsthasen und Denunzianten um Steven aus Mittweida ist löchrig), dann greift der dummdreiste Redakteur zur Lüge: „Geiselnahme in der Bundesbank„!

Ähnlich darauf bedacht Stolz und Vorurteil zusammenzubringen und so den Sachsen im Manne zu entfesseln, ist Radio-Chemnitz. In steter Anwaltschaft des kleinen Mannes heißt es in deren Meldung zum gleichen Ereignis:

Mitten im Berufsverkehr hat die Polizei an der Landeszentralbank eine Großübung durchgeführt! 300 Polizisten waren im Einsatz – Zufahrtsstraßen großräumig abgesperrt. Viele standen im Stau.
Tolle Idee – so mitten im Berufsverkehr – oder?

Auf Hallo-Nachfrage zu derartig erdigen Formen des Journalismus, antwortet Radio-Chemnitz:

Wir haben mit unserer Frage hier eine Diskussion eröffnet – das war ganz bewusst und gewollt (dabei verstehen wir natürlich auch die Gründe, die dafür sprechen – oft wäre es einfach nur hilfreich, wenn man es Außenstehenden besser erklären würde). Unsere Meldungen/Nachrichten im Programm sind faktisch und sachlich.

Dieses „Diskussionsangebot“ soll nichts anderes als die Arroganz des gestressten Kleinbürgertums hervorrufen. In der Senke unter dem Beitrag sammelt sich folgerichtig deren uns so unbehaglicher Dunst. Dort liest man von individualverkehrausbremsenden „Deppen da oben“ und über geäußerte Vermutungen, es gehe bei der Übung darum, den „Einmarsch der Griechen“ generalprobenmäßig abzuwehren. Insofern ist es die vermeintliche Sachlichkeit a) das, was ein Formatradio seinen Hörern gerade an „Sachlichkeit“ zumuten will oder b) eine ebenso dreiste Lüge.

Franz-Josef-Hallo meint: Radio Gaga :) )))))


6 Antworten auf „Tatü-Tata: Scharfgemacht und dreist gelogen“


  1. 1 flämig-youth-cosebaude 14. September 2011 um 13:13 Uhr
  2. 2 Hallo Zwickau! 14. September 2011 um 14:48 Uhr

    LOL!!

  3. 3 Furwettbewerb Organisator 16. September 2011 um 10:41 Uhr

    Hahahaa
    wusste noch gar nicht das es so etwas wie Sachsen Fernsehen gibt!
    Inhalt und Qualität scheint gleichwertig dem Ausschußprogramm des MDR zu sein!
    Die stecken bestimmt alle unter einer Decke!
    Escher übernehmen Sie!

  4. 4 Administrator 16. September 2011 um 14:08 Uhr

    bitte lassen sie den mdr in ruhe. immerhin der grund für uns, seit jahren samstagabend zu haus zu bleiben.

  5. 5 steven aus mittweida 17. September 2011 um 10:37 Uhr
  6. 6 schütten 11. Oktober 2011 um 15:35 Uhr

    scharfgemacht:

    Hallo Chemnitz (FP: 8.10.11)
    Ausgeliehen
    Videotheken, das weiß jedes Kind, verleihen Filme. Die Videothek an der Brückenstraße verborgt aber noch etwas anderes. „Erotik im Verleih“ heißt es im Schaufenster, was viel Raum für Spekulationen lässt: Bekommt man die Erotik im Stück, auf Video oder auch auf DVD? Stülpt man sie sich gleich im Laden über oder probiert man sie in Ruhe zu Hause aus? Kann man sie auch länger als für einen Abend ausleihen? Und wie fühlt man sich wohl, wenn man die Erotik wieder hergeben muss? Bevor ich in der Videothek nachfrage, warte ich, bis es „Mut im Verleih“ gibt. (scz)

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