Faustdicke Überraschung beim „Chemnitzer Science Slam“

Wer den „Science Slam“ in der Chemnitzer Kneipe „Exil“ bisher als todtraurige Veranstaltung wahrgenommen hat, bei der ostdeutsche (Nachwuchs-)Akademiker durch die „geistreiche“ Bearbeitung eines ihrer Fachthemen vor Publikum, sich für westdeutsche Akademiker halten dürfen, der wurde auch bei der zweiten Auflage nicht enttäuscht: „Ja, warum ich meine Magisterarbeit über Zombies schreibe? Naja, ich war halt betrunken. “ Gelächter. Was für ein geiler Amerikanistik-Typ! Danach einer, der „mal(!) was über Franz Kafka erzählen will“. Anschließend eine junge Bachelorette aus dem Vogtland, die traurigerweise aussieht wie angekündigt. Ihr Thema ist trotz „Vertiefungsgebiet Industrie- und Techniksoziologie“ wider Erwarten nicht die Kritik der politischen Ökonomie, sondern „die kleinen Unterschiede zwischen Mann und Frau“ in heterosexuellen Paarbeziehungen. Bei all dem Versinken in Scham geht beinahe unter, dass der gestandene Überraschungsgast Christa Wolf (Hörkules-Preisträgerin, 2011) auch den asymmetrischen Juniorprofessor Stroh(!)meier („Wir Politikwissenschaftler sind allesamt Rampensäue“) hinter sich lassen konnte und damit zur Siegerin der zweiten Auflage des akademischen Slams gekührt wurde. „Was für ein Erfolg“, zitierte die Freie-Presse die Preisträgerin am Tag darauf völlig aus dem Zusammenhang gerissen.


Christa Wolf kommt in die Provinz: Erster Platz beim „Science Slam“ im Schauspielhaus Chemnitz.


Abgeschlagen: Rechtskonservativer Maulheld, Hemd über der Hose (abgeguckt bei Stefan Raab)


1 Antwort auf „Faustdicke Überraschung beim „Chemnitzer Science Slam““


  1. 1 Bibi Blocksberg 29. Juli 2011 um 18:49 Uhr

    Das ist doch der Richling der den Strohmeier parodiert! Richlich lustich!

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