Tierische Lyrik

Hunde. Jeder kennt einen! Die haarigen Vierbeiner begleiten den Menschen seit den Tagen seiner Sesshaftigkeit. Nicht von ungefähr kommt die Bezeichung „Hund – Freund und Helfer“ in die Welt. Hunde hören geduldig zu, trösten uns in schweren Zeiten und helfen gelegentlich im Haushalt mit. Eine Gruppe Chemnitzer Kommunikationswissenschaftler rückte nicht nur aus diesem Grund Bello & Hasso kürzlich in den Fokus der Wissenschaft.

Angeregt durch die These des 1987 verstorbenen Jenaer Philosophen Ernst Bröchling, Hunde wären zur Lyrik fähig, entwarfen sie ein Verfahren, die scheinbar bedeutungslosen Äußerungen der Tiere in Menschensprache zu übersetzen und damit den semantischen Tiefgang zu enthüllen. „Wir gingen in einem ersten Schritt davon aus, dass der Hund mit der Anzahl seiner Belllaute, auf das entsprechende Wort im Duden deuten will“, sagt Patrick Schwanz, der seit 2 Jahren an der TU-Chemnitz studiert. „Im weiteren nahmen wir an“, erzählt Kartin Mirowitzke, der vor allem die interdisziplinären Schnittstellen und Patrick Schwanz an dem Projekt gefallen, „dass die kleinen Scheisser mit ihrer Körperhaltung über Hebungen, Zäsuren und Enjabments Auskunft geben wollen.“ „Ja, ja, die Katrin!“, lächelt Patrick bedeutungsvoll.

Die Ergebnisse des Projekts, für das das Tierheim am Pfarrhübel ihre Insassen bereitstellte, sollen zwar erst im Herbst veröffentlicht werden. Für Freie Presse koppelten die Forscher aber schon mal eine Kostprobe der tierischen Lyrik aus: „A A a Aachen // aalglatt a A a // ab Aas Abakus // A A a A A“

Raul Enkel, Dozent für neuere deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft, der dem Projekt beratend zur Seite steht, bemerkt, „Auffallend ist vor allem die Vorliebe für die männliche Kadenz sowie der Hang zum Dadaismus.“ Statt „Betthoven“ müsste es wohl in Zukunft „Ein Hund namens Jandl“ heißen, scherzt Enkel.

(Freie Presse)


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