Archiv für Juni 2010

Mann hupt. Keiner da

20. Spielminute, 1:0 für Deutschland. Der Fahrer eines Kleinwagens, der bei anderen Gelegenheiten vermutlich organischer Teil von hupenden Autokorsos ist, erfährt von dem deutschen Führungstreffer durch einen Rundfunksportmoderator, während er an einer Ampel auf freie Fahrt für freie Bürger wartet. Reflexartig entlockt er dem Signalhorn seines Gefährts eine annähernd rhythmische Tonfolge. Traurigerweise ist er der einzige Fussballnarr, der zu diesem Zeitpunkt das deutsche Straßennetz in Anspruch nimmt und so verhallt sein putziges Ständchen ungehört und unbeantwortet unter dem wolkenlosen Himmel von Chemnitz. Einzig dem Autor zaubert diese Geste ein mitleidiges Lächeln in die Visage.

Alle Abiturienten auf einen Blick

Die Abiturienten dieses Jahres stehen fest. Die „Freie Presse“ „Hallo Chemnitz“ veröffentlicht in ihrer heutigen Ausgabe die Namen aller erfolgreichen Abiturienten der elf Gymnasien aus Chemnitz, Limbach-Oberfrohna und Burgstädt, um mit dieser windigen Tour die Referrer in die Höhe zu treiben. (gkl) (hc)

Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium Chemnitz

Christoph Bauer, Sarah Bergelt, Beatrice Berger, Denise Berger, Fabian Bolte, Mehemed Bougsea, Dominique Brunner, Sara Brunner, Anna-Maria Böhm, Marija Brokhovetska, Miriam Bülz, Reike Clauß, Tom Fiedler, Marie Florschütz, Julia Fox, Anne Friedrich, Robert Fritzsche, Claudia Fuchs, Luise Görlich, Dana Gottschalk, Yevgeniya Grebneva, Elisa Grunwald, Elisabeth Harlaß, Heidi Heber, Markus Heeger, Theres Hellmick, Philipp Hellwig, Charlotte Herzog, Katja Hilbert, Hagen Hofmann, Tim Hühnerfürst, Constantin Huster, Marie-Luise Hüttner, Felix Irrgang, Patrick Jahn, Yevgeniya Kats, Luisa Kerber, Juliane Klöden, Sofiya Koropova, Vanessa Kral, Katharina Kramorenko, Kristin Kuban, Lisa Küchler, Anne Liebing, Malte-Clemens Lohs, Sohpia Ludwig, Marie Nelly Lüth, Tobias Meiser, Nadin Moder, Matthias Müller, Franz Münzner, Thuy Duong Nguyen, Cam Linh Nguyen Thi, Ngoc Nguyen Thi, Anne-Kathrin Nickel, Elisabeth Nitzsche, Yvo Nötzold, Linda Oswald, Henry Otto, Duc Duy Pham, Binh Phan Thanh, Lydia Sophie Rakutt, Saskia Remmler, Tanja Richter, Jenny Riedel, Claudia Rolffs, Jacqueline Rönicke, Julia Rose, Susanne Rothe, Sabine Rufenach, Jenny Sattler, Tina Schellenberg, Clemens Schlomka, Marcel Schneider, Marco Schneider, Luise Marie Schönfeldt, Nora Schönherr, Elias Schubert, Fredericke Schulz, Peter Seedorf, Florian Sehm, Johanna Seidler, Stephanie Speck, Felix Starke, Toni Steiger, Sebastian Stolz, Felix Tautenhahn, Lisa-Marie Teßmann, Raphael Thiele, Kristin Ullrich, Patricia Viehweger, Vanessa Viertel, Daniel Wagner, Anett Weise, Matthias Weise, Miriam Weise, Markus Wett, Matti Winkler, André Wolf, Dorotheé Wolf, Daniel Wulf, Theresia Zimmermann. Andreas Truxa (mehr…)

Die Deutschen natürlich

Hallo Chemnitz/OT Einsiedel

Urteil bei Spielmanipulation

Das Kreisliga-Spiel zwischen Einsiedel und Rapid Chemnitz ist manipuliert worden.

Das geht aus einem Urteil des Sportgerichts des Kreisverbandes Fußball Chemnitz hervor. Demnach wollte sich Viktoria Einsiedel mit 150 Euro und zwei Fässern Biern gegen BSC Rapid Chemnitz II einen hohen Sieg erkaufen. Einsiedel hatte die Partie am 6. Juni mit 9:2 gewonnen.

Vier Spieler von Rapid II wurden zu einer Geldstrafe von je 100 Euro und einer Sperre von 8 Pflichtspielen verurteilt. Die Mannschaft des BSC Rapid Chemnitz II muss eine kleine Geldstrafe zahlen und bekommt in der kommenden Saison fünf Punkte abgezogen.

Härter trifft es Einsiedel, der Mannschaft werden im kommenden Jahr 25 Punkte abgesprochen. Außerdem werden sie für zwei Jahre von allen Pokalwettbewerben ausgeschlossen und erhalten eine Geldstrafe von 150 Euro. Ein Spieler von Viktoria Einsiedel, der als Drahtzieher der Manipulation gilt, muss 100 Euro zahlen und wird für ein Jahr gesperrt.

(sachsen-fernsehen.de)

Qualitätsjournalismus derweil auch bei Sachsen-“Fernsehen“

Kurz vor den Dreieck Nossen brennt aktuell dieser Bierwagen.

(Quelle – wobei man sich bei SF nie ganz sicher sein kann, ob der Beitrag in den nächsten Minuten noch verfügbar sein wird.)

Hallo Chemnitz: Syntaxspaß im Sommerloch

Heute steht auf dem Kalender Sommeranfang. Die Sommerreifen habe ich schon längst aufgezogen, und auch der Sommerfahrplan hat schon seit langem seine Gültigkeit. Nun warte ich nur noch auf die Sommerhitze, damit ich meine Sommersachen anziehen kann. Denn in nahezu sechs Wochen kann ich mich ja schon wieder neu einkleiden – nämlich beim Sommerschlussverkauf. (BEW)

(Freie Presse, 21.6.2010)

Hier noch ein paar weitere thematisch passende Subjekte/Objekte, die die Lokaljounaille von mir aus gern verwursten darf: Sommerauto, Sommerhund, Sommermann (auch Sommerfrau), Sommerstraße, Sommerbuch, Sommeressen, Sommerlampe. (Prädikate gibt es hier)

Nur der CFC!

„Karl Marx im Ausweis ist nervig“

Ich bin im März 1990 geboren und finde es nervig, dass auf meinem Ausweis steht „geboren in Karl-Marx Stadt“. Ich bin froh, dass diese Stadt seit 20 Jahren nicht mehr den Namen dieses Menschen trägt. Der Kommunismus ist eine absolut menschenunwürdige, toleranzlose und gütelose Ideologie, noch besser gesagt „Religion“, die mit Gewalt versucht, die Menschen von dieser falschen Wahrheit zu überzeugen. Sehr gut sieht man das in China oder Nordkorea, wo die Menschen noch unter dieser Diktatur leiden, etwa in Arbeitslagern. Umso unverständlicher ist es für mich, wie man stolz darauf sein kann, dass die Stadt, in der man wohnt, solch einen schrecklichen Namen wie „Karl-Marx-Stadt“ trägt. Es ist vielmehr eine Schande! Gott sei Dank, dass die Stadt seit 20 Jahren wieder Chemnitz heißt und auch weiter so heißen wird.
Sara Jorde, Reichenhain

(Freie Presse 15.6.2010, Leserpost)

„Ich bin froh, in Chemnitz zu leben“

Ich bin auch 19 Jahre alt, wurde jedoch in „Chemnitz“ geboren. Ich finde die Theorien von Karl Marx utopisch und kann nichts damit anfangen. Es wäre regelrecht peinlich, wenn Chemnitz nicht wieder umbenannt worden wäre, und man noch in einer Stadt leben müsste, die den Namen von einem Begründer des Kommunismus trägt. Stattdessen bin ich froh, in Chemnitz zu leben. Das ist meine Heimat und meine Stadt, von der ich auch gerne anderen aus anderen Städten erzähle.
Christiane Steinert, Erfenschlag

(Freie Presse 15.6.2010, Leserpost)

Hallo Chemnitz

Ein großer Elektro-Discounter hat die deutsche Fußballwelt demoralisiert und von vornherein alle Hoffnungen auf den Gewinn der Weltmeisterschaft zunichtegemacht. Käufer einer Flimmerkiste sollen tippen, wie weit es Jogis Löwen schaffen. Ziehen sie ins Finale ein und der Fußballhellseher lag damit richtig, soll es ein Viertel des Kaufpreises zurückgeben. Wer so mutig ist und voraussagt, die Deutschen werden Weltmeister, bekommt sogar seine gesamte Kohle wieder. Aber mal ehrlich, wer mir so ein verlockendes Angebot unterbreitet, wird sich ziemlich sicher sein, dass er die Penunzen nicht hinblättern muss. Schließlich ist das ja kein Geschenke-Laden. (awo)

(Freie Presse 15.6.2010)

Hallo Chemnitz

Früher habe ich nie verstanden, was mit „Gnade des Alters“ eigentlich gemeint ist. Inzwischen weiß ich es: Man wird mit keinerlei Werbung mehr behelligt. Seit ich über 40 Jahre alt bin, wollen mir höchstens noch Hörgerätehersteller und Sterbegeld-Versicherer ihre Produkte verkaufen. Zumindest sind das die einzigen Reklamen, bei denen ich noch begreife, worum es überhaupt geht. (MIB)

Hallo Chemnitz

Unsere Kinder wachsen naturfern auf, haben Experten bei einer Umfrage unter Schülern herausgefunden. Sie wüssten nicht, wo die Sonne aufgeht und dass Hühner nur ein Ei am Tag legen können. Wer veranlasst hat, die Wiese an der Albert-Schweitzer-Straße/Ecke Talanger so kurz zu mähen, dass die Stoppeln in der Sonne verbrennen und die Grünfläche nun hin ist, war bestimmt schon erwachsen, kann allerdings auch nicht viel Ahnung von Natur gehabt haben. (scz)

Hallo Chemnitz

Werden das vier schöne Wochen: Ab heute stören uns weder Regen noch Sparmaßnahmen. Haupt-
sache, ein schwarz-rot-goldenes Fähnchen am Auto! (MIB)

Hallo Chemnitz

Von wegen Kachelmann macht das Wetter: Der TV-Wetterexperte sitzt in U-Haft und hat weiß Gott andere Probleme. Der Sommer ist trotzdem da. (scz)

Hallo Chemnitz

Deutschland gehört zu den Ländern der Erde, in denen vier Jahreszeiten unterschieden werden. Eigentlich. Denn seit einiger Zeit könnte man den Eindruck gewinnen, dass Winter und Sommer nahtlos ineinander übergehen. Stilberaterinnen werden sich umstellen müssen: Bald weiß keiner mehr, was Frühlings- und Herbsttypen sind. (scz)

Hallo Chemnitz

Die Rechnung in der Apotheke war schon horrend. Offenbar habe ich deshalb sehr schockiert dreingeschaut, denn die nette Apothekerin warf mir neben Brillenputztüchern auch noch eine Probepackung Creme in den Beutel. Draußen schaute ich nach, was es genau für eine Gabe war: Creme gegen Schwangerschaftsstreifen. Ungläubig schaute ich an mir herunter – ja, ich habe etwas zugenommen. Aber so sehr ja nun auch wieder nicht. (vh)

Hallo Chemnitz

Verheiratete werden im Verlaufe der Ehe dicker, hat dasBundesamt für Statistik festgestellt. Welch tolle Erkenntnis! Und was soll sie uns sagen? Leute, die einen Partner suchen und auf Schlanke stehen, sollten also lieber nach Ledigen Ausschau halten. Aha! (MIB)

Re!